Pecus

Verkehrsbericht

Wortspiel aus Mottocross, geschrieben von Pecus am 24. Julei 2009

Seit die Spritpreise so hoch sind, fühlen sich viele Pendler unter Zugzwang. Auch Urlauber, die einen Flug geplant hatten, schienen im vergangenen Jahr stattdessen oft auf den Schienenweg zurückzugreifen. In der Touristikbranche heißen solche Umsteiger Zugvögel. Doch besonders im Alltagsverkehr hält ein neues Denken Einzug: Viele schrecken vor der teuren Spritstour zurück und setzen stattdessen auf Elektroautos, die mit E-Sprit, also Strom fahren. Einen Zwischenweg stellen die Sprit paarenden Hybridfahrzeuge dar, in denen beide Antriebsarten paarweise arbeiten.

Besonders Umweltbewusste verzichten ganz auf den fahrbaren Untersatz, dem Motto folgend: „Lieber schlecht gelaufen als gut gefahren!“ Vor diesem recht ungeschützten Geh-schlecht-Verkehr warnt der ADAC: „Das ist der verkehrte Verkehrsweg!“
An gänzlich unverbesserliche Fußgänger appellierte der Automobilclub, die schweren Folgen eines möglichen Verkehrsunfalls - wenn schon nicht mit der Knautschzone des eigenen Gefährts, so doch wenigstens mit einer Kopfbedeckung wie einem Helm zu ver-hüten.

Die Fahrart jedoch, die den größten Zuwachs verbucht, ist und bleibt das muskelbetriebene Zweirad. Autofahrern fällt die Umstellung nämlich sehr leicht: Bei beiden Weggefährten regelt man die Beschleunigung über Pedale.
Durch das geringe Eigengewicht und die leichte mechanische Zugänglichkeit der Zweiachs-Zweiseiten-Kipper ist es allerdings extrem einfach, ein Rad weg zu nehmen. Die Betroffenen schwenken häufig in ihrer Radlosigkeit stante pede auf den Fußweg um oder führen bei ihrem neuen Fahrrad regelmäßig Rad-da-Kontrollen durch.

Lange Lastkraftwagen (nicht nur von Ketchupherstellern) sind darüberhinaus kräftig in die Kritik geraten, seit beim Abbiegen ein Anhänger aus-scherte und nicht nur die Kurve, sondern auch einem Radfahrer den Weg ab- schnitt. Weil der Radfahrer seinen Verletzungen erlag, enstand eine Hysterie um die Lebensabschnittsgefahr solcher Lebensabschnittsgefährte wie der LKWs.

Die Politik bemüht sich bereits um Lösungen in der V-Frage (Verkehrsfrage). Eine vom Verkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie bewies, dass die Landwirtschaft eine um ein Vielfaches geringere Zahl an Verkehrsunfällen verzeichnet als der nichtagrarische Verkehr. Aufgrund dieser Tatsache äußerte der Verkehrsminister die Absicht, künftig alle Kreuzungen mit Lotsen aus bäuerlichen Betrieben zu besetzen, die den Verkehr als sog. „Pfluglotsen“ regeln sollen.
Maschinenbauern halten dagegen, ihnen stünden gar nicht genügend Geräte zur Verfügung, um in der Kürze der Zeit ausreichend Pfluglotsen auszubilden. Dafür bräuchte man Scharen von Ackermaschinen. Der Bundestag wird nächste Woche über die staatliche Anschaffung der benötigten Pflugscharen abstimmen.

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Feedback

# 1  Rusty am 24. Julei 2009 gegen 23 Uhr:

Du bist ja ein Traum von einem Neuzugang! Gleich zwei Kategorien aus der One-Man-Show befreit. Da steckt viel Gutes drin, Kompliment.
Über die Lebensabschnittsgefährte lach ich mich grad immer noch halbtot.

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